25 Oktober 2011 / 12:20
Zeigt her eure Füße … Später, als wir in Zeven saßen, und nach und nach die Durchläufer eintrudelten, etwas tranken und aßen, um dann weiter zu laufen, juckte es mir schon wieder in den Füßen. Am liebsten hätte ich mich umgezogen und wäre wieder gelaufen, zwar außerhalb der offiziellen Wertung, aber doch gelaufen. Bis zum Ziel in Lilienthal waren es doch auch nur noch 70km, wie Hauke so überaus treffend sagte, bevor er sich seinen Rucksack überzog und sich Richtung Ziel aufmachte. Bei wirklich tollem Lauffwetter, Sonnenschein, blauer Himmel und etwa 10 Grad, macht Laufen doch gleich noch viel, viel mehr Spaß.
Ich lief natürlich nicht weiter, denn noch immer taten mir beide Fersen weh. Zwar nicht mehr so sehr, wie in der Nacht, aber doch zu sehr, um damit laufen zu können und zu wollen. Denn, nein, es ist eben nicht so, dass man, wie Steffen sagte, durch so etwas durch muss. Aber mal der Reihe nach …
Nach dem leicht verzögertem Start um 22:05 des Hanse100 100-Meilen Laufes liefen wir als große Gruppe aus Hamburg heraus. Carsten, der Organisator des Laufes, wollte so verhindern, dass wir uns gleich zu Beginn verliefen. Und, ja, es war nicht einfach, die Hinweisschilder zum Hanseradweg zu erkennen. Nach etwa einer Stunde teilten wir uns dann doch, die “schnelleren” Läufer zogen davon und verliefen sich - trotz eines mitlaufenden Hamburgers - prompt, so dass es dann doch die langsameren waren, die den ersten Verpflegungspunkt nach 14,1km als “Spitzengruppe” erreichten. Bis dahin lief es bei mir prima. Das Tempo passte und trotz der Kälte hatte ich noch warme Hände und Füße. Ich trank Wasser und aß ein paar Kekse, verabschiedete mich von meiner Freundin Ina, die mit dem Wagen zur Verpflegungsstelle gefahren war, und folgte zusammen mit einigen anderen einer etwa drei Minuten vor uns los gelaufenen Gruppe … und prompt verliefen wir uns. Okay, nicht weiter schlimm, also zurück zum letzten Hinweisschild, wieder auf die Strecke einfädeln und … kurz danach verliefen wir uns wieder. Aber auch das war nicht schlimm. Bei einem so langen Lauf kommt es nicht auf fünf Minuten an. Als dann einer aus der Gruppe sein GPS einschaltete, war es auch mit dem Verlaufen vorbei. Zwar gab es an mancher Weggabelung noch kurze Halts, um auch ganz sicher zu gehen, ob es nun geradeaus oder halb links geht, aber, okay, mit so etwas muss man bei Fernläufen, auf der nicht jeder Meter markiert ist, rechnen.
Nicht gerechnet hatte ich mit etwas anderem - zwar reagieren meine Fersen recht empfindlich auf nass-kaltes Wetter, aber dass sie bei der trockenen Kälte, die in der Nacht von Freitag auf Samstag herrschte, nach gerade mal 20km anfingen zu zwicken, war eine böse Überraschung. Ich hoffte, dass ein Schuhwechsel helfen würde. Ich war in sehr bequemen und gut eingelaufenen Schuhen losgelaufen, aber sie waren auch recht hart. Ich wollte sie gegen ein weicheres Paar tauschen, das sich im Wagen befand. Als ich den endlich erreichte, taten mir jedoch die Fersen nicht mehr bloß weh, sie schmerzten. Da half auch die professionelle Massage meiner Freundin Ina nicht mehr. Nach gerade mal 5:15h stieg ich aus dem Rennen aus und wir fuhren zur Zwischenstation nach Zeven. Das war um so schmerzhafter, als das es sonst gerade richtig, richtig gut lief. Bis auf meine Fersen fühlte ich mich super …
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Woran es lag? Vielleicht an dem gerade zu Anfang sehr unregelmäßigen Tempo in der Großgruppe, den häufigen Geh- und Stehpausen bei Straßenüberquerungen in Hamburg, dem kurzschrittigen Hin und Her beim Orientieren, den Passagen mit sehr naturnahen - sprich: unebenen - Wegen, möglicherweise lag es auch an den niedrigen Temperaturen und an dem gerade bei Nacht anderem Abrollverhalten, und sicherlich hat mir auch die Stunde, die wir vor dem Start herumstanden, nicht gut getan. Aber das sind alles nur Mumaßungen. Nur eines ist sicher - (m)ein Schwachpunkt sind meine Fersen. Und auch wenn ich schon am Sonntag wieder völlig schmerzfrei war, meine Fersen wird sich ein Arzt ansehen müssen.
Und damit hat mein “Wettkampfjahr” (*hüstel*) ein Ende. Jetzt geht es in die Winterpause, in der natürlich auch gelaufen/trainiert wird.
Tobias Lagemann
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