Projekt der 1000 Herzen
Einleitung Wie das Projekt vollendet wird
Ein Brief Worum es geht
Das Projekt Wie es Begann
Die Herzen
Die CDs

Einleitung:

Zu Tanjas Gästebucheintrag vom 15. November 2006

Hallo liebe Tanja,
Ich danke dir ganz herzlich für Deine schönen Worte, denen ich auch nicht mehr allzuviel hinzufügen sollte. Ohne hier auf unsere Korrespondenz und unsere langen Telefongespräche näher eingehen zu wollen, möchte ich hier an dieser Stelle nur noch einmal mein Versprechen an Dich und vor allem an Melanies Eltern erneuern, indem ich hier die entsprechende Passage aus einem meiner Briefe an Dich veröffentliche:

(...) daß zwar alle, die an diesem Projekt teilnehmen, es hauptsächlich im Andenken an Melanie tun, aber Melanies Name, bzw. Foto auf ausdrücklichen Wunsch von Melanie und ihrer Familie nirgendwo erscheinen wird. Das Lied "1000 Herzen für einen Engel" würde somit dann auf viele Menschen zutreffen und nur die "Eingeweihten" wüßten letztendlich, daß vor allem Melanie damit gemeint ist. Aber so war es auch schon immer von mir gedacht: für unsere "Herzen" wäre es ein Andenken an Melanie (das ja letzlich nur durch die Herzen zustande kommen wird), und für alle übrigen, die später diese CD käuflich erwerben können ein schönes Lied, das ausschließlich dazu gedacht ist, Gelder für Typisierungsaktionen zu sammeln und an die DKMS zu spenden. (...)


Im Hinblick auf das bevorstehende Weihnachtsfest 2006 gab es wohl kaum ein zutreffenderes Motiv für Nächstenliebe als dieses schöne Bild, welches von der Künstlerin Ursula Schäfer gemalt wurde, die sich dazu durch das Foto von Milena und Joshua und dem Herz-Motiv inspirieren ließ
Im Zeitungsartikel vom 16.10.2006 wurde das Cover der CD erwähnt und zum Zeichen, daß es mir sehr ernst ist, Eure Gefühle, Eure Trauer und vor allem (was mir jetzt noch bewußter geworden ist) Eure Privatsphäre zu respektieren, werde ich nun ein anderes Cover verwenden. Den Titel "1000 Herzen für einen Engel" verwende ich als Untertitel und das Lied wird nunmehr mit dem Titel "Warum?" veröffentlicht werden. Das Warum steht dann für so vieles wie z.B:
  • warum müßen immer noch Menschen nur deshalb sterben, weil es keinen geeigneten Spender gibt?
  • warum meinen soviele Menschen immer noch, Typisierungen seien für sie gefährlich (was ja, bekanntermaßen, nicht stimmt?)
  • warum lassen sich nicht viel mehr Menschen typisieren?
  • warum wissen viele immer noch nicht, wie einfach es ist, sich typisieren zu lassen?
  • warum möchte man sich nicht einer kleinen Mühe unterziehen, die letztendlich einem anderen das Leben retten kann?
  • warum gibt es noch soviel Gleichgültigkeit dem Schicksal lebensgefährlich Erkrankter gegenüber?
  • und, und, und.............

Darüberhinaus werde ich im "Beipackzettel" der CD speziell darauf hin inweisen, wie wichtig es ist, sich typisieren zu lassen, denn es gibt einfach immer noch viel zu wenige Knochenmarkspender. Alle Herzen, die mich bei diesem Projekt unterstützt haben, werden sich deshalb gewiß auch in Zukunft darum bemühen, Melanies großen Wunsch als Auftrag zu verstehen.

Und wenn es vielleicht eines Tages Melanies Gästebuch nicht mehr geben sollte, bleibt das Lied für alle Eingeweihten (also meine Herzen) als großes Dankeschön für einen bewundernswerten Menschen weiterhin bestehen. Es läßt sich natürlich noch nicht abschätzen, inwieweit dieses Lied seine Käufer außerhalb dieses Projektes finden wird, doch ich hoffe inständig, daß es ganz, ganz viele werden und wenn darunter Menschen sind, die sich aufgrunddessen typisieren lassen, habe ich mehr erreicht, als ich mir immer erträumt habe. Ich bin mir ganz sicher, daß dies auch in Melanies Sinne ist. Meine Homepage wird von mir in Kürze dahingehend abgeändert, daß man über das Schicksal Deiner Cousine nur nocht etwas erfährt, wenn man sich für die Entstehungsgeschichte vom "Projekt der 1000 Herzen" interessiert. Mach Dir also bitte keine Sorgen, daß aus Eurem Kummer von mir Kapital geschlagen und die CD mit falscher Gefühlsduselei vermarktet wird. Wir werden ganz bestimmt auch weiterhin in Verbindung bleiben und ich wünsche Dir und der gesamten Familie viel Kraft für die kommenden Wochen, in denen Euch der schmerzliche Verlust wahrscheinlich noch intensiver bewußt werden wird. In diesem Sinne alles, alles Liebe

Jürgen und Steffi


zurück zum Anfang

Ein Brief:

Einen Brief von Jürgen Becker möchte ich Euch (mit seiner Zustimmung) nicht vorenthalten, denn er beschreibt dort sehr schön, daß er mit seiner Knochenmarkspende tatsächlich jemandem helfen konnte. Aber lest bitte einfach mal selber und überlegt dann anschließend, ob eine Typisierung für Euch nicht ebenfalls in Frage kommen könnte. Den Anfang dieser Seite habe ich ja mit meinem Brief an Tanja gemacht und ich werde mich künftig auf meiner HP immer wieder einmal zum Thema "Typisierung" zu Wort melden.

Fritzlar, 28.11.06

Lieber Jürgen

Ich möchte natürlich die Gelegenheit war nehmen dir ein paar Zeilen zu schreiben. Auf deine HP bin durch die Melanie gekommen, und ich sehe immer wieder mal bei ihr wie auch bei vielen anderen auf den HP's rein, so auch bei dir. Zu meiner Person, ich bin 47 Jahre alt und gehe regelmäßig mit meiner Frau Renate zum Blut- und Plasma spenden. In einem Ort in der Nähe von unserem Wohnort Fritzlar war in 2004 eine Frau an Leukämie erkrankt.
Am 19.06.04 hatte ich mich bei der Typisierungsaktion, die für sie durchgeführt wurde, mit meiner Frau beteiligt. Wie es der Zufall wollte, passten meine Werte zu einem wartenden Patient. Ich habe mich darüber total gefreut, und war am 03.11.05 zur Voruntersuchung und am 23.11.05 in Frankfurt zur Stammzellenspende. Im April und Juni hat mich der Blutspendedienst aus Frankfurt angerufen, mit der Information, dass es dem Patient gut geht. Es gibt mir ein sehr schönes Gefühl jemandem geholfen zu haben, und ich würde es jederzeit wieder tun. Ich denke natürlich jeden Tag darüber nach, wer der Patient ist und wie es ihm wohl geht. Vielleicht erfahre ich ja mal wer er ist. In der Zeit vor der Stammzellenspende habe ich im Fernsehen einen Bericht über eine 22-jährige Frau gesehen, die an Leukämie erkrankt war und trotz gefundenen Spenders starb. Das war Sonntagsabend 18.00 Uhr, genau die Zeit in der ich mir das Medikament für die Stammzellenspende spritzte. Das ging mir schon sehr nahe. Durch Zufall sah ich am 02.02.06 den Bericht von Melanie in der Sendung von Johannes B. Kerner. Von da an verfolgte ich regelmäßig ihre Geschichte im Internet. Sorge, Freude und dann tiefe Trauer. In ihr Gästebuch hatte ich auch geschrieben. Durch das Gästebuch ergab sich auch ein Briefkontakt zu einer Stammzellenspenderin aus Hildesheim, Katja Scholz, sie spendete im Januar 2002. Ein 12-jähriges Mädchen aus Florida war an Leukämie erkrankt. Mit 13 Jahren empfing sie die Stammzellen. Dem Mädchen geht es heute sehr gut. Die Katja hat mir das alles sehr ausführlich geschildert. Durch ihre Geschichte konnte ich schon ein paar Leute, Arbeitskollegen und Verwandtschaft, dazu bringen sich typisieren zu lassen, ist doch toll. Die Katja fragt natürlich ab und zu mal an, ob ich etwas über meinem Patient weis, wie es ihm geht. Heute habe ich mal wieder in Frankfurt angerufen, aber man konnte mir keine Angaben machen.

Jürgen, die Idee der 1000 Herzen ist eine tolle Sache, und ich muss dir sagen, das ich sehr großen Respekt vor dir habe. Du hast einen großen Ehrgeiz und setzt all deine Kraft ein, in dieser Sache zu helfen. Auch dass du die Leute, die eine Spende für deine Idee gemacht haben in deiner HP ansprichst zeigt mir wie wichtig dir diese Sache ist. Dafür möchte ich mich sehr bedanken. Die Spende habe ich gern gemacht. In deiner HP habe ich gelesen, dass du auch sehr aktiv beim Karneval bist und sogar deine Gage für deine Auftritte der DKMS zur Verfügung stellst. Ich habe mit der Nicole aus Essen, sie schreibt sehr viele Einträge in Melanie's Gästebuch, auch schon brieflichen Kontakt gehabt, auch sie hat eine sehr schöne Art, wie sie die Leute anspricht, und sich für andere einsetzt. Sie ist ja auch sehr krank.
Jürgen, ihr seid für mich ganz besondere Menschen, ich kann es gar nicht in Worte fassen. Ich überlege mir schon die ganze Zeit, ob ich nicht mal in unserem Betrieb mit dem Werksleiter spreche, ich arbeite im Volkswagenwerk Kassel-Baunatal, ob es vielleicht möglich wäre, dort eine Typisierungsaktion durchzuführen. Zur Zeit arbeiten dort ca. 14.500 Leute. Meine erste Blutspende machte ich dort in meiner Ausbildungszeit. Das dumme ist im Moment, dass man nur noch von Einsparungen spricht, und da ist so eine Aktion bestimmt nicht gerne gesehen. Die Blutspendeaktionen die dort jahrelang durchgeführt wurden, hat man aus Kostengründen abgeschafft. Mal sehen was ich da mache, bin mir einfach unsicher?!?
Lieber Jürgen, ich wünsche dir mit deinen Aktivitäten weiterhin viel Erfolg, und behalte deine positive Lebenseinstellung.

Einen herzlichen Gruß sendet Dir Jürgen Becker aus Fritzlar


zurück zum Anfang

Das Projekt:

Melanie: Wir werden Dich nie vergessen

Mag sein, daß ich Gefahr laufe, kitschig zu wirken, aber wer, wie ich, an Leukämie erkrankt ist, sieht gewisse Dinge im Leben inzwischen doch etwas anders. Es ist jetzt knapp einen Monat her, daß ich für Melanie das "Projekt der 1000 Herzen" ins Leben gerufen habe. Insgesamt 1000 Menschen wollte ich finden, die alle denselben Wunsch haben:

Melanie sollte ein zweites Leben erhalten und wieder gesund werden. Jedes Herz brauchte dabei nur einen einzigen Euro "mitzubringen", um mein selbstkomponiertes Lied für Melanie auf CD produzieren und es zu ihren Gunsten verkaufen zu können.

Es begann auch alles sehr hoffnungsvoll; Melanie fand einen geeigneten Spender und mein Projekt konnte bis jetzt bereits 91 Herzen für Melanie gewinnen, die alle in meiner Spendenliste aufgeführt sind.
Es begann auch alles sehr hoffnungsvoll; Melanie fand einen geeigneten Spender und mein Projekt konnte bis zum 20.04.2006 bereits 91 Herzen für Melanie gewinnen, die alle in meiner Spendenliste aufgeführt sind

Dann kam am 22.04.2006 die traurige Nachricht:
Melanies Herz hatte aufgehört zu schlagen und ihr schwerer Kampf um ihr zweites Leben war zu Ende. Alle unsere guten Wünsche und vor allem ihr eigener, unbändiger Lebenswille hatten das Schicksal nicht gnädig stimmen können: Melanie war für immer eingeschlafen.

Seitdem habe ich mich gefragt, ob ich mein Projekt weiterführen soll und ich habe die Antwort (wieder einmal) in Melanies Gästebuch gefunden:

Die Anteilnahme dort ist so überwältigend, daß die Erinnerung an Melanie auf keinen Fall verblassen sollte. Den letzten Zweifel in mir hat dann endgültig der Brief des 13 jährigen Fabian beseitigt und jetzt bin ich fest entschlossen, das "Projekt der 1000 Herzen" erfolgreich zu beenden. Das bin ich Melanie als Botschafterin der Nächstenliebe einfach schuldig!!

Das Ziel allerdings ist ein anderes geworden:
Melanie soll mit meiner geplanten CD einen "Grabstein aus Musik" erhalten, auf dem 1000 Namen stehen und deren Erlös entweder der DKMS oder aber einer "Melanie-Stiftung" zugute käme. Die Idee mit der Stiftung stammt dabei nicht von mir sondern kommt von Melanie's größtem Fan Henri!!! Was für ein schöner Gedanke.

Um bei diesem Projekt mitzumachen benötigt(e) man folgendes
Gaaaanz viel Herz
ein bißchen Zeit (für das Ausfüllen der Überweisung)
und einen einzigen Euro

Dieses Geld wird von mir ausschließlich für die CD Produktion verwendet, deren finanzielle Mittel ich alleine nicht aufbringen könnte.

Um gewissen Unterstellungen von vornherein entgegenzuwirken, ist dieses Projekt auf insgesamt 1000 Herzen begrenzt und jeder einzelne Spender wird von mir namentlich auf der Website veröffentlicht , damit man jederzeit den aktuellen Stand des Projektes verfolgen kann.
Ich hoffe sehr, daß Ihr mich nicht im Stich laßt. Wie gesagt: 1 Euro, mit dem sehr viel Gutes getan werden kann.
Es ist vielleicht ein zu ehrgeiziges Ziel, insgesamt 1000 Menschen zu finden, für die ich dann, stellvertretend für alle ein Lied im Gedenkan an Melanie singen kann. Aber wenn ich es garnicht erst versuche.......??
Und sollte man irgendwann diese CD erwerben können weiß jeder der "1000 Herzen", daß er mit dazu beigetragen hat und ich finde, das ist ein schönes Gefühl!

Über einen Eintrag in mein Gästebuch würde ich mich sehr freuen und ich werde selbstverständlich auch jedem einzelnen antworten. Also: Wir machen weiter, damit Melanie unvergessen bleibt!


Fabians Eintrag in Melanies Gästebuch

23.04.2006
Liebe Eltern und Freunde,

Meine Mutter hat hier auch manchmal ins Gästebuch geschrieben und für eure Tochter gebetet und gehofft das sie gesund wird. Ich habe natürlich auch die Daumen gedrückt :-)

Ich bin auch ein Löwenkind, aber mich hat die Krankheit nicht so schwer erwischt, denn ich darf leben. Ich bin gesund und hatte das Glück nach ein paar Chemos in Remission zu sein.

Ich bin heute 13 Jahre alt und wollte euch gerne was schreiben, was euch hoffendlich trösten kann.

Ich hatte nach den Behandlungen eine schwere Lungenentzündung. Weil ich nie wieder ins Krankenhaus wollte, habe ich zu spät gesagt daß ich Schmerzen habe. Einmal war ich dann schon so gut wie tot und die Ärzte haben mich wiederbeleben müssen.
Ich wollte euch eigendlich nur sagen, daß das gar nicht schlimm war zu sterben. Es war ganz leicht und schön. Und ich glaube bei Melli war das bestimt auch so. Das habe ich auch schon von anderen Löwenkindern gehört, die wiederbelebt wurden.
Ich denke mir das ihr jetzt irre traurig seid und da kann euch gar keiner helfen. Aber vielleicht denkt ihr daran, das Melli bestimmt nicht möchte daß ihre Eltern jetzt so leiden. Wenn ich mal sterben muss, dann fänd ich das ja auch sehr schade. Aber am schlimmsten wäre für mich, wenn ich aus dem Himmel schaue und meine Mama weinen sehen würde. Obwohl weinen ja auch normal ist aber nicht für immer.
Ich wünsche euch, daß ihr wieder lustig werdet und genauso lachen könnt wie ihr es mit Melli getan habt.

Viele liebe Grüße
Fabian (13Jahre)

zurück zum Anfang

zurück zur Übersicht


© Jürgen Pusch